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Welpenkauf
Die erste Zeit...
... sollte man sich nehmen, um die Rasse auszuwählen, die zu einem passt!
Sportliche Leute brauchen einen sportlichen Hund, Jäger einen Jagdhund, andere einen Pekinesen und wieder andere haben gern große, gemächliche Hunde, noch andere lieben Bulldoggen...
Ihr solltet reiflich überlegen, wie viel Platz ihr zur Verfügung habt
Niemand sollte sich einen Hund anschaffen, weil zu einem Haus auch ein Hund gehört oder anderen niederen Beweggründen.
Warnung!
Eine Rasse nur nach der Optik zu auszuwählen, "geht in die Hose".
Noch schlimmer ist es - so finden wir - einen Hunde-Modetrend mitzumachen - heute ist die Rasse in, morgen die und übermorgen wieder eine ganz andere...
[Schaut mal nach Amerika, was aus den Minihunden geworden ist, seit bei Paris Hilton die Chihuahuas out sind!]
Auch das Lesen der Rassebeschreibung allein bringt nicht wirklich viel.
Selbst der Züchter wird euch selten die unangenehmen Seiten seiner Rasse sagen können, weil er diese Rasse züchtet und sie damit meist auch vergöttert. Götter haben nunmal keine Fehler!
Seriöse Züchter sind selbstverständlich bereit auch Problemfelder der jeweiligen Rasse darzustellen, soweit sie ihnen bekannt sind. Da kommt aber erschwerend hinzu, dass schon die meisten Hundebesitzer eine kleine Macke haben, was ihre Hunde anbelangt. Die Macke bei den Züchtern ist noch weitaus größer, so dass sie über die Fehler ihrer Hunde einfach hinweg sehen - sie gar nicht wahrnehmen. "Das ist halt so bei dem Hund."
Tja und dann sagt, auf welchen von den Züchtertypen ihr gerade trefft?!
Deshalb sollte man immer nicht nur Züchter, sondern unbedingt einfach Halter dieser Hunderasse besuchen.
Seid sicher - jeder redet gern über seine Hunde. Schaut euch doch einfach die Idioten (uns eingenommen) an, die ihre Hunde auch noch auf Homepages im Internet präsentieren. Die warten nur auf euch, um mit euch über ihre Hunde zu reden.
Die zweite Zeit...
... sollte man sich nehmen, um den richtigen Züchter auszuwählen!
Dabei sollte nicht die Entfernung die wichtigste Rolle spielen, sondern eher das Interesse des Züchters an einer gesunden Entwicklung der Rasse, an einer guten Aufzucht der Welpen und nicht zuletzt auch der "Draht" zueinander - wie kann man miteinander umgehen.
Auf keinen Fall sollte man den Züchter wählen, weil genau der gerade jetzt Welpen hat. Nehmt euch ausreichend Zeit zur Auswahl des Züchters. Schaut auch mal "hinter die Kulissen" - ehrliche Züchter beantworten gern alle Fragen und lassen euch was über sich und die Hunde wissen. Lasst euch nach Möglichkeit immer den ganzen Wurf mitsamt der Hündin zeigen oder auch mehrere Hündinnen, vielleicht auch andere, erwachsene Hunde aus eigenen Würfen - vielleicht sogar älteren gleichen Verpaarungen.
Schaut euch nach Möglichkeit an, wo und wie die Hunde geboren wurden und wie sie jetzt leben. Lässt euch der Züchter nur in eine Art Vorführraum und sonst nichts von seiner Zuchtstätte sehen, ist meist Vorsicht geboten. Wenn ihr Zweifel habt, lasst lieber die Finger davon!
Die Züchter überprüfen euch als Welpenkäufer ja auch, also ist es doch völlig legitim mit ihnen dasselbe zu tun.
Gefallt ihr dem Züchter nicht, weil er meint, dass sein Hündchen bei euch nicht gut aufgehoben ist, bekommt ihr den Welpen nicht.
Gefällt euch der Züchter nicht - aus welchen Gründen auch immer - solltet ihr den Welpen nicht nehmen!
Andere Züchter haben auch schöne Hunde.
Lieber ein halbes Jahr gewartet, als zehn und mehr Jahre geärgert!
Ein neuer Aspekt ist mir an dieser Stelle noch eingefallen: Wenn ihr die Züchter zur Auswahl der Zuchtstätte für "euren Hund" überprüft, achtet auch auf das, was der jeweilige Züchter sagt.
Nur Kleingeister und Neider müssen andere schlecht machen, um sich selbst größer dar zu stellen.
Bei der Anschaffung eines Rassehundes sollte man unbedingt auch immer sehen, in welchem Verein der Hund gezüchtet wurde. Ihr werdet erstaunt sein, was es da für Unterschiede gibt. Das fängt bei der Einhaltung der Rassestandards und den Zulassungen der Hunde zur Zucht an und hört beim einfachen Umgang miteinander auf.
In vielen Vereinen herrscht ein ausgewogenes Klima, aber es gibt auch welche, in denen der Vorsitz wie eine Diktatur oder ein Familienunternehmen betrieben wird. Spätestens wenn ihr mit eurem Hund dann mal zur Ausstellung geht oder gar selbst züchten wollt, werdet ihr die Unterschiede deutlich sehen.
Aufrichtige Züchter und Zuchtvereine haben keine Probleme euch alle Protokolle und Zeugnisse der bei ihnen gezüchteten Hunde zu zeigen. Wer damit "hinterm Berg hält", hat mit Sicherheit etwas zu verbergen.
Auf jeden Fall ist es wichtig nach den HD- und ED-Auswertungen der Elterntiere zu fragen und je nach Rassebesonderheiten auch nach dem Rest, wie z. B. bei den Bulldogs nach Zahnstatus, Rute usw.
Kein Züchter kann euch für die Gesundheit seiner Welpen eine Garantie geben!
Wer etwas anderes sagt, redet dummes Zeugs! Man kann immer nur sagen wie gesund die Elterntiere im Moment sind, denn auch bei ihnen kann man nicht in die Zukunft sehen, und vielleicht noch wie es den Generationen davor geht.
Niemand züchtet absichtlich kranke Tiere - ebensowenig wie niemand absichtlich faules Obst anbaut!
Aber einige nehmen es mit Gesundheit oder richtiger Auswahl der Verpaarungen nicht so genau und riskieren damit die Vererbung von Krankeiten und Defekten - ebenso wie eben auch gutes Obst faul werden kann.
Die meisten Züchter - insbesondere die, die sich in Vereinen organisieren - unterwerfen sich strengen Regeln und Kontrollen. Hier ist dann auch wieder die Frage, wie genau es der Verein / Club mit den Regeln und den Kontrollen nimmt. Wie weiter oben schon steht: Es gibt gewaltige Unterschiede bei den Clubs.
Warnung!
Lasst euch auch nicht von solchen hohlen Phrasen wie "liebevolle Hobbyzucht", "familiär aufgezogen", "hervorragend sozialisiert", "Home of Champions" oder ähnlichen blenden. Schaut selbst hinter die Kulissen. Ihr solltet bedenken - Man muss nur auf etwas hinweisen, wenn es das nicht wirklich gibt!
Denkt mal zurück: Das zweite "D" in DDR stand für "demokratische". Die DDR hatte so viel mit Demokratie zu tun, wie ein Eimer Wasser mit der Ostsee!
Natürlich haben manche dieser Bezeichnungen auch ihre Berechtigung - "und irgend einen Namen muss das Kind ja haben" - aber würde denn jemand schreiben "bösartige Hundezucht" oder "Ich bin ein Hundevermehrer ohne Gewissen"? Ebenso verhält es sich mit den anderen Phrasen. Würde jemand sagen, dass er seine Hunde im Stall hält ohne jeden Menschenkontakt? Sicher nicht, also gehen wir davon aus, dass eigentlich jede Hundezucht liebevoll und auch familiär ist und nach ihrem Ermessen gut sozialisierte Welpen abgibt! Wozu also stellen einige Züchter das besonders heraus? Würde jemand freiwillig sagen: "Meine Hunde entsprechen nicht dem Standard und werden nie eine Ausstellung gewinnen geschweige den je Champions."? Sicher auch das nicht!
Ob es dann tatsächlich ein Champion wird, liegt auch immer mit an euch, den Welpenkäufern!
Die dritte Zeit...
... braucht es, um ggf. auf die richtige Verpaarung zu warten.
Viele Züchter haben mehrere Hündinnen und ggf. auch verschiedene Deckrüden zur Auswahl und ein interessierter Hundehalter in spe schaut natürlich auch, aus welcher geplanten Verpaarung der für seine Vorstellungen optimale Welpe entstehen könnte - und sei es auch nur die Farbe, denn für den Rest fehlt meist die Erfahrung. Aber nicht zu vergessen hierbei: Die Natur hat ihre eigenen Gesetze! Man kann nur hoffen - eine Garantie gibt es nie.
Wer euch etwas anderes sagt, redet auch hier dummes Zeug!
Kein aufrichtiger Züchter wird euch für die Entwicklung seiner Welpen eine Garantie geben können. Man kann immer nur sagen nach welchen Kriterien diese Verpaarung gewählt wurde. Man kann sagen, wie sich eventuelle vorherige Würfe der Mutter oder des Vaters entwickelt haben, wie sich manche Merkmale der Welpen weiter entwickeln und vielleicht auch wie sich im Moment vorhandene Merkmale der Welpen weiter ausprägen könnten.
Dieser Hund wird vom Charakter so und jener so ...
Dieser wird mit Sicherheit ein Champion ...
Dummschwätzerei.
Wie sich der Hund entwickelt, liegt auch zur Hälfte bei euch - den Welpenkäufern.
Warnung!
Lasst euch nicht einreden, dass Champion x Champion immer wieder einen Champion ergibt.
Sicherlich - so sollte man meinen - hat ein Champion eine hervorragende Ausprägung seiner Rassemerkmale; zumindest jedoch hat er keine schwerwiegenden Fehler - das ist sicher. Also ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine Verpaarung von Champions sehr gute Rassevertreter hervorbringt. Wie hoch jedoch - das weiß niemand.
Wenn man jetzt aber gar keine Ausstellungen besucht, kann man auch keinen Champion haben, wohl aber trotzdem vielleicht den besten Vertreter seiner Rasse auf der ganzen Welt - ohne jedwede Titel...
Champion hin und her - euch muss der Hund gefallen:
und nicht vergessen:
Etwa die Hälfte des Charakters bestimmt ihr - ihr die Welpenkäufer!
Die vierte Zeit...
... braucht es, um auf die Läufigkeit der Hündin, die Belegung, die Aufnahme und den Wurf selbst zu warten.
Nicht selten können bis hier schon mal Monate wenn nicht gar Jahre ins Land gehen.
Warnung / Hinweis!
Das Warten lohnt sich! Was sind schon zwei, ein oder gar nur ein halbes Jahr Wartezeit gegen zehn, zwölf oder 15 Jahre mit dem perfekten Hund?
Jetzt kommt der Welpe zu euch nachhause.
Die fünfte Zeit...
... muss man sich nehmen, um den Welpen in der ersten Zeit in seinem neuen Rudel optimal zu betreuen.
Selbst wer den Punkten 1 bis 4 wenig Beachtung schenkte, sollte hier auf keinen Fall Abstriche machen!
Wir wissen nicht mehr wer, aber mit Sicherheit ein Hundekenner sagte seinerzeit zu uns:
"Wenn ihr euch einen Welpen holt, müsst ihr zu Anfang mindestens ein viertel Jahr Zeit nur für ihn haben. Spart euren Urlaub zwei Jahre auf, nehmt dann alles an einem Stück, euer Leben in dieser Zeit muss sich nur um den Welpen drehen..." und noch Einiges mehr.
Auch das können wir jedem Hundehalter in spe nur raten: Viel, viel Zeit für den Welpen in der Prägephase! Macht alles mit ihm, was der "fertige Hund" später können soll. Alles was ihr hier in der Prägephase richtig macht, sorgt dafür, dass ihr später einen super Hund habt - ruhig, ausgeglichen, Charakterfest - oder halt genau das Gegenteil.
Die sechste Zeit...
... braucht es dann täglich, um dem Hund zu jeder Zeit und in jeder Sekunde durch Handlungen, Gestik und Mimik seinen Platz im Rudel darzustellen.
Gut, wer seinen Hund in einen Zwinger sperrt oder draußen an die Kette legt, kann alle Punkte bis hier sowieso vergessen, aber alle anderen sollten bedenken, was ich auf der anderen Seite schon beschrieben habe:
Hundeerziehung erfolgt immer und zu jeder Zeit!
Die siebente Zeit...
... braucht es dann für die direkte Zuwendung zu dem Hund.
Hier geht es um das tägliche Gassi-Gehen oder um das Joggen mit dem Vierbeiner, das Wandern oder Walking - wie es in Neudeutsch heißt - den gemeinsamen Urlaub und die allgemeine Frage: "Wozu will ich meinen Hund eigentlich haben?"
Das Beibringen der Kommandos, die man im täglichen Umgang nutzen will, zähle ich hier ebenso dazu, wie die Frage nach dem Besuch von Ausstellungen, Restaurants oder Biergärten.
Unsere Hunde können z. B. sehr gut zwischen "Platz" = Hinlegen an Ort und Stelle - oder "Leg dich hin" = such dir selbst einen Platz - unterscheiden.
Die achte Zeit...
... ist dann die, in der der Hund mit sich selbst allein, mit einem oder mehreren Artgenossen allein oder mit seinen Leuten "allein" ist.
... Zeit über Zeit
Eine Reihe von Fragen, die man sich stellen sollte - und ein enormer Zeitfaktor - wenn man bedenkt, dass man den Hund für 10 bis 15 oder noch mehr Jahre seinen Wegbegleiter nennen will.
Und erst recht ein enormer Zeitfaktor, wenn man bedenkt, dass die "Zeiten" fünf bis acht in der Welpenphase alle parallel laufen und danach garade mal die "fünfte Zeit" wegfällt ...