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Tipps
Wir können und wollen Niemandem vorschreiben, wie er seinen Hund zu erziehen hat, aber vielleicht einige Anregungen geben. Man sagt gern mal: "Jeder muss seine Erfahrungen (Fehler) selbst machen, um daraus zu lernen.", aber das ist so auch wieder nicht richtig. Man kann auch gern von den Erfahrungen anderer lernen, um einige Fehler gar nicht erst zu machen.
Ich habe unlängst einen guten Spruch gelesen - leider weiß ich nicht mehr wo und vor allem wer ihn gesagt hat:
"Wir können ruhig von den Fehlern anderer lernen, denn das Leben ist viel zu kurz, um alle Fehler selbst zu machen!"
Auf vielen Homepages von Hundezüchtern haben wir Seiten mit Erziehungshilfen gefunden.
Das macht sicherlich Sinn, wenn man dem neuen Halter die Eigenheiten einer Rasse darstellen will. Die Eltern geben den Schwiegerkindern ja auch immer eine Reihe von Verhaltensregeln an die Hand, wie sie mit ihrer Tochter / ihrem Sohn umzugehen haben... - aber - richten die sich danach?
Ich (Hanno) bin jetzt mehr als zehn Jahre Dozent - und wenn ich etwas in der Zeit gelernt habe, dann sind es diese beiden Regeln hier:
Daraus egeben sich aber - aus meiner Sicht - die vier folgenden Fragen:
Das wissen wir auch nicht.
Wir können Tipps und Anregungen geben.
In 90% alle Fälle wäre aber der Tipp: Nicht der Hund muss in die Schule, sondern sein Herrchen oder Frauchchen!
Hundeschule / Hundetrainer / Hundeflüsterer
Ich nehme den Kernsatz mal vorweg:
Wir meinen inzwischen einige gute Trainer und auch sehr gute Literatur gefunden zu haben.
Um eingeschliffene Fehler bei sich selbst überhaupt entdecken und dann auch noch wieder abstellen zu können, ist von Zeit zu Zeit die Konsultation eines Hundetrainers wirklich angeraten - so wie ein Check beim Arzt.
Außenstehende sehen die Sache auf jeden Fall kritischer als man selbst. Manchmal ist es ja einfach auch nur erforderlich, dass man weiß warum man etwas tun soll, um es dann auch tatsächlich konsequent zu tun, weil man halt den Grund weiß und es keine Marotte ist!
Manchmal ist es auch nur wie mit dem "Ei des Columbus":
Alles ist einfach, wenn Einem erst Einer gezeigt hat, wie es geht.
Alles ist um so leichter konsequent einzuhalten, wenn man weiß warum man es tut - sage ich noch dazu!
Das war natürlich nicht immer so.
Als DIEGO damals begann Probleme zu machen, weil wir ihm seinen Platz im Rudel nicht deutlich genug machen konnten, haben wir uns an eine Reihe von Hundetrainern und gar Tierpsychologen gewandt. Als wir dann aber merkten, wie ratlos fast alle so genannten "Hundetrainer und -kenner" waren und welche zum Teil schwachsinnigen Tipps und Anweisungen wir bekommen haben, haben wir das Vertrauen in sie verloren.
Seit wir wissen, wie leicht man an ein so genanntes "Hundetrainer-Seminar" kommen kann und wahrscheinlich ebenso leicht an ein solches Zertifikat, ist das kein Wunder mehr. Mehr dazu könnt ihr auch hier nachlesen.
Wir wollen hier Niemandem "auf die Füße treten", denn es gibt sehr viele und sehr gute Trainer, aber sie zu finden ist halt schwer.
Es geht zum einen um die Frage des Vertrauens zwischen Hundehalter und Hundetrainer und zum anderen um die Frage ob dieses Training die hier vorliegende Mensch-Hund-Beziehung weiterbringt. Sicherlich ist ein lustiger Nachmittag oder Vormittag mit vielen Hunden und deren Herrchen und Frauchen ein toller Zeitvertreib und für so manchen Hundebesitzer schon ein toller Erfolg, wenn sein Schützling "heute mal keinen anderen Hund gebissen hat".
Aber ist es das?
Wer Antworten möchte, sollte diese Seite bis zum Ende lesen.
Beispiel 1
Der Anführer geht vorn!
Noch ein kleiner Beitrag zum Thema: richtiger Hundetrainer
Selbst einige dieser Leute im Fernsehen machen Fehler [unlängst in einer namhaften Tiersendung gesehen],
wo man doch meinen sollte, dass sich nur die wirklichen Experten vor die Kamera und ein Millionen-Publikum wagen.
[Als ich das schrieb, war M. R. noch relativ unbekannt. Inzwischen scheint er zu dem Hundeexperten Deutschlands geworden zu sein, aber ich finde seine Betrachtungsweise äußerst einseitig. Er liegt mit seinen Diagnosen sicher richtig, aber er bringt die Ursachen nicht auf den Punkt - finde ich.]
Der Trainer wird gerufen, weil der Hund der Familie alle Hunde auf der Straße und überall anbellt.
Er soll / muss also lernen das nicht zu tun - gute Idee - und das geht natürlich zuhause nicht. Man geht also auf die Straße, um zum Hundepark zu gelangen - auch noch eine gute Idee.
Aber niemand beachtet, dass der Hund auf dem Weg dorthin an der Leine zieht.
Was hört man in solchen Fällen nicht alles:
Das geht so nicht!
Egal welche Ausrede ihr oder andere habt, dass der Hund vorn geht - sie ist falsch!
Der Anführer geht vorn!
Wenn ihr also dem Hund erlaubt vor euch zu gehen, führt er das Rudel an und hat seinen Instikten nach
Lasst ihr ihn hinter euch gehen, haben sich alle diese Probleme schon fast von ganz allein erledigt.
Beispiel 2
Kontrolle über das Futter
Jeder Hundehalter weiß eigentlich, dass man dem Hund 5 bis 10 Minuten Zeit zum Fressen lassen soll und dann den Napf wegräumen. Wer hält sich daran?
Was hört man hier für Ausreden / Argumente dagegen?
Falsche Einstellung liebe Leute!
Welcher Wolf (oder ein anderes Raubtier) erlegt in freier Wildbahn alle Stunde ein Beutetier, um dann etwa 100 Gramm oder weniger davon zu fressen?
Richtige Einstellung aber nicht ganz richtige Begründung.
Wir finden Jan Fennell stellt das recht deutlich und einfach dar:
"Die Kontrolle über das Futter steht nur dem Ranghöchsten zu." und das ist in einem Menschen-Hunde-Rudel nun mal nicht der Hund!
Wenn doch...
Beispiel 3
Begrüßung
"Der Betriebsdirektor sagt doch auch nicht als erstes der Reinungskraft 'Guten Tag'.", waren die Worte mit der unsere Hundetrainerin uns klar machte, warum man nicht beim Nachhause-Kommen als erstes den Hund begrüßt. Völlig verständlich - oder?
Wenn man sich Sendungen über Wölfe anschaut, in Natura konnte ich leider noch nicht in einem Wolfsrudel "hospitieren", erkennt man ganz leicht, dass die Rudelführer sich erhaben, nahezu apathisch benehmen. Kommt ein niederes Mitglied heim, macht es den Anführern "seine Aufwartung". Kommen die Anführer heim, werden sie von den anderen begrüßt und begeben sich "erhaben arrogant" auf ihre Plätze, ohne vom Rudel überhaupt Notiz zu nehmen.
Was hört man hier so:
Auch hier:
Vorsicht, liebe Leute.
Auch das ist im Instinkt der Hunde fest verankert! Der Niedere begrüßt den Höheren.
Begrüßt ihr den Hund, zeigt ihr ihm in Hundesprache, dass er der Chef ist.
Beispiel 4
Betteln und Fütterungszeit
Wer kennt das nicht? Ihr habt etwas zu Essen in der Hand und euer Hündchen setzt sich brav vor euch hin und schaut euch mit solch einem treuen und herzerweichenden Blick an, da kann man doch gar nicht widerstehen.
Sollte man aber - jedenfalls zum Teil.
Kein Hund gibt freiwillig Fressbares heraus, wenn er es ersteinmal hat! Es sei denn ein Stärkerer zwingt ihn dazu z. B. ihr, wenn ihr "Pfui" ruft und der Hund lässt es fallen oder ihr nehmt es ihm einfach weg.
Damit demonstriert ihr ihm eure Stärke.
Oder meint ihr, euer Hund würde den leckeren Knochen rausrücken, weil ihr ihn ganz lieb anschaut?
Euch muss er nichtmal anknurren - er sitzt nur und schaut euch an und ihr gebt ihm etwas ab.
Euer Hund sagt sich definitiv nicht "Och mein Herrchen ist aber lieb, der gibt mir was." Für ihn heißt das, dass er euch "in der Tasche hat". Er sammelt Punkte.
Sicher fällt es oberschwer dem treudoofen Blick nicht nachzugeben und deshalb, wenn ihr meint, dass euer Hund ruhig etwas abhaben kann,
In der Hundesprache heißt das, dass ihr "die Beute aufgegeben" habt und somit ein Niederer sich bedienen kann.
Natürlich muss das immer die Ausnahme bleiben, sonst habt ihr bei jeder Mahlzeit das Problem.
Wenn der Hund aber weiß, dass er als Letzter dran ist, und damit sind wir bei der Fütterungsregel - die Bauernregel "Erst das Vieh" hat in der Hundeerziehung absolut keine Bedeutung - wird er bei jeder eurer Mahlzeiten geduldig warten, bis er dran ist.
Der Rangniedrigste - und das sollte immer der Hund sein - frisst als Allerletzter!
Damit demonstriert ihr, dass ihr die Kontrolle über das Futter habt, was in Hundesprache auch wieder heißt, dass ihr der Chef seid.
... und nach diesen Beispielen beantwortet euch selbst die Frage:
Wie, wann und wo kann man das trainieren und durchsetzen -
Ob ihr dazu einen Hundetrainer zur Hilfe nehmt oder die Hinweise eines "Hundeflüsterers" aus einem Buch oder euch die Tipps dazu in der Hundeschule holt, ist völlig nebensächlich. Wichtig ist, dass ihr es tut und dass ihr es konsequent tut. Was auch immer euer Stil sein soll, haltet euch selbst daran. "Heute so und morgen so" ist für den Hund ebenso verwirrend, wie nur ein halber Rudelführer.
Konsequenz ...
... ist das wichtigste Wort in der Hundeerziehung!
Ein Hund ist in Allem, was er tut (oder auch nicht tut), stets konsequent.
Wir Menschen sind die, die schon mal nachgeben - und mit jedem Nachgeben von uns - mit jeder noch so kleinen Inkonsequenz "sammelt der Hund Punkte" für sich. Wenn der Hund meint "genug Punkte gesammelt" zu haben, stellt er die Rudelführung der Menschen in Frage.
Das ist dann der Zeitpunkt, wo es gefährlich werden kann.
Der vermeindlich ranghöhere Hund schnappt dann disziplinierend nach dem Rangniederen - oder das Schoßhündchen meint es habe das Recht Besucher zu vertreiben o. Ä.
Bei kleinen Hunden gibt es vielleicht Schrammen, bei großen auch schon mal etwas mehr...
Hinzu kommt der Stress, den der Hund dann hat, weil er mit der Rudelführung gnadenlos überfordert ist - und der Stress, den wir haben, weil unser Hund unberechenbar und z. T. aggressiv ist.
Abhilfe - siehe Buchtipps
Es ist wirklich nicht nötig, dass Menschen schmerzliche - oder gar noch schlimmere - Erfahrungen mit Hunden machen. Man kann es verhindern, wenn man nicht nur frühzeitig sondern ständig und - wieder das Wort - konsequent daran arbeitet.
Hundeerziehung
Ich nehme nochmal eine Anleihe bei Jan Fennell. Sie schreibt in ihrem Buch: "Wenn ihr es schafft, dass der Hund von sich aus meint 'Wenn ich auf den höre, geht's mir gut und mir passiert nichts.', dann habt ihr es geschafft."
... und nie vergessen: Rangordnung ist nicht zu verwechseln mit Gehorsam.
Egal wie Mancher das sehen will und mag:
Der Hund ist und bleibt ein instiktgesteuertes Raubtier!
Egal wie groß und wie alt der Welpe, das Hündchen, der Hund ist.
Fazit:
Hier oben und auf einer anderen Seite habe ich unter dem Thema sechste Zeit dazu geschrieben, dass Hundeerziehung immer und zu jeder Zeit erfolgt! Im Unterschied zu uns Menschen kann der Hund nicht zwischen "Freizeit" und "Arbeit" unterscheiden.
Er beobachtet und lernt. Er sammelt Erfahrungen und er sammelt auch Punkte. Er testet seine Grenzen aus - so wie es die Wölfe in der freien Natur seit hunderten von Jahren tun. Eure Schwächen sind seine Stärken. Meint er mehr Stärken zu haben als ihr, zwingt ihn sein Instinkt die Führung des Rudels zu übernehmen, weil Selbiger ihm auch sagt, dass nur so das Überleben des Rudels gewährleistet ist.
Und das Überleben des Rudels - dessen seid absolut sicher - ist ihm das Allerwichtigste!
In dem Moment, wo ihr eine Regel anwendet, eine andere aber nicht, verwirrt ihr den Hund.
Verwirrte Hunde sind unausgeglichen. Unausgeglichene Hunde sind unberechenbar und, das wird euch sicher mehr treffen als alles andere, unglücklich. Ihr wollt doch sicher keinen unglücklichen Hund - oder?
In dem Moment aber, wo ihr kaum eine oder gar keine Regel anwendet, macht ihr ihn zu eurem Rudelführer.
Ein Rudelführer muss das Rudel beschützen! Kann ein Hund das in der heutigen Zeit?
Der Rudelführer muss das Rudel aber auch außerhalb der eigenen vier Wände beschützen,
Ein Rudelführer mag es gar nicht, wenn er sein Rudel nicht unter Kontolle hat und
Alles das sind Allüren eines Rudelführers.
Dazu kommen noch die Punkte, die ich oben schon geschrieben habe, wie das Ziehen an der Leine u. v. m.
Und jetzt überlegt mal, wie viele Hunde ihr kennt, die genau das tun?
Ein Rudelführer muss aber noch mehr tun:
Deswegen ist der "moderne", domästizierte Hund mit der Führung des Rudels überfordert!
Aus diesen Gründen:
Tut eurem Hund und vor allem euch selbst den Gefallen und seid selbst der Rudelführer!
Der glücklichste Hund ist der, der (in seinem Rudel) überhaupt nichts zu melden hat!
Er hat keine Verantwortung und ist deshalb total entspannt.
Wie ihr am Besten dahin kommt, könnt ihr in den verschiedensten Büchern nachlesen.
Wir haben uns für Jan Fennell und für Cesar Millan entschieden.
der Zwinger- und der Kettenhund
Wir möchten an dieser Stelle unsere Meinung gegen Zwinger- und erst recht Kettenhaltung kund tun - nicht dass hier noch Jemand etwas falsch versteht:
Kein Mensch hat das Recht einen Hund den ganzen Tag einzusperren und von "seinem Rudel" getrennt zu halten! Der Hund ist ein Rudeltier und braucht die Gesellschaft.
Wir haben zwar nicht jeden Quadratzentimeter unseres Grundstücks fotografiert, aber auch in den nicht fotografierten Ecken werdet ihr nichts finden, was direkt zum Einsperren von Tieren geeignet ist.
Ach doch, wir haben einen Katzenkorb mit Tür, weil die Viecher im Auto unausstehlich sind, wenn man sie nicht einsperrt, und ABBY hat seit Mai eine Transportbox, damit sie beim Autofahren nicht im Kofferraum umherfliegt. Aber einen Zwinger oder eine Hundehütte gibt es defintiv nicht! Unsere Hunde können jederzeit ihren Platz allein wählen.
Einen anderen wichtigen Aspekt möchten wir dazu auch noch anführen, den wir aus einem der unten angeführten Bücher haben:
Ein Hund hat nichts von seinem Leben, wenn er die meiste Zeit oder gar den ganzen Tag im Zwinger sitzt oder - noch besser - auf dem Hof an der Kette liegt.
Der Mensch hat ebenfalls nicht viel von diesem Hund, weil er früher oder später zum "Beller" und sicherlich irgendwann auch aggressiv wird.
Wer hört schon auf das Bellen eines Hundes, der ohnehin den ganzen Tag kläfft?
Das schreckt weder Einbrecher nochandere Tiere ab.
Wir haben einen Fuchs keine 10 cm vor dem "Kettenhund" langlaufen und die Hühner aus dem Stall holen sehen: "Bell' doch so viel du willst und zerr an deiner Kette. Du kriegst mich eh nicht.", wird Meister Reinicke sich dabei wohl gedacht haben...
Ein paar Fragen an die Zwingerhundehalter:
Ein paar Anmerkungen von Jemandem, der seine Hunde im Haus hält:
Hund entlaufen ...
Den Spruch: "Mein Hund ist weggelaufen." werdet ihr von dem Halter von gut sozialisierten Hunden nicht zu hören bekommen. Nicht nur, dass diese Hunde wissen, wo sie hingehören, sagt ihnen ihr Instikt auch, dass sie ohne Rudelführer schutzlos sind - und deshalb gehen sie nicht ohne ihn!
Ein kleine Ergänzung zu diesem Thema findet ihr noch auf der Seite "Toben auf der Wiese".